11 Erkenntnisse aus dem Jahre 2008

Das Jahr neigt sich nun seinem endgültigen Ende zu (jedenfalls nach gregorianischen Kalender) und ich habe mir aus gegebenen Anlass die Zeit genommen um 11 subjektiv wichtige Erkenntnisse in meinem Blog zu veröffentlichen. „Why eleven? Because i wanna go one step beyond.

 

Erkenntnis Nummer 1: Glaube dem Internet in Bezug auf schlechte Filme.

Oh ja, wir kennen das alle: wir freuen uns auf einen Film, nennen wir ihn mal „Indiana Jones 4“ (wahlweise können wir ihn auch ein Quantrum Torst nennen), und schauen aus versehen im Internet wie denn der Film so ist. Die Kritiken sagen nichts Gutes. Okay, dafür sind es ja auch Kritiken. Doch dann das: die aktiven Nutzer des Internets finden den Film auch mies. Kann ja gar nicht stimmen…denkt man sich so. Doch dann geht man ins Kino und stellt fest: die Leute hatten Recht! Wenn also ein Film als mies bzw. schlecht von vielen Seiten im Netz angepriesen wird, so muss man leider davon ausgehen, dass das stimmt. Wenn jedoch geschrieben wird, dass der Film langweilig ist oder ähnliches, so kann sich für das anspruchsvolle Publikum der Besuch durchaus lohnen.

 

Erkenntnis Nummer 2: Twitter ist das neue Google.

„Googeln“ ist ein allgemein gebräuchlicher Begriff in der heutigen Welt. Und so ziemlich alle tun es. Wer jedoch effektiver Suchen möchte, der nutzt Twitter dafür. Der mitgliederstarke Microblogging-Service ist im Stande Informationen auf den Punkt zu bringen. Zudem sind Twitter-Nutzer meist auch schneller bei der Informationsweitergabe als klassische Distributionsmedien. Also wieso warten und hochgerankte Google-Informationen abwarten?

 

Erkenntnis Nummer 3: Netbooks sind gar nicht mal so gut.

Technik-Hypes gibt es viele. Ich selber fahre auf Produkte mit Apfel-Logo voll ab (natürlich gibt es dafür rein rationale Gründe). Einer der großen technischen Hypes, wenn nicht gar der größte, ist der Atom-Prozessor und die mit ihm verbundenen Geräte, die (noch) sogenannten Netbooks. Das tolle daran? Kleine mobile Geräte, welche viele Funktionalitäten und die Flexibilität der großen Rechner in sich vereinen sollen. An sich eine tolle Sache. Aber was ist denn nicht so gut an diesen Netbooks: kleine Akkus, Chipsatztechnik von vorgestern und die sich daraus ergebende nicht so große Mobilität. Bleibt also am Ende nur ein Tragevorteil.

 

Erkenntnis Nummer 4: Planung zahlt sich immer aus.

Diese Erkenntnis ist wohl einer der großen für mich in diesem Jahr. Wer alles gut plant und seine Zeit gut einteilt arbeitet und lebt besser. Kein Zeitstress, alles just in time, alles gut. Natürlich unter dem Vorbehalt, dass man flexibel plant und Redundanzen einbaut. Was passiert wenn das nicht geschieht?

 

Erkenntnis Nummer 5: Planung kann sich auch nicht auszahlen.

Wer hätte das gedacht: die Welt steht am Abgrund. Eine Weltwirtschaftskrise hat sich 2008 vollends etabliert und wir haben alle erfahren, dass es in der Realität meist keinen Plan B gibt. Seien es nun Banken, die Milliarden abschreiben müssen, oder Staaten, die ihren Haushalt auf Grundlage von Preisschätzungen kalkulieren. Kein Wunder also, dass alle auf einmal keinen Plan mehr hatten. Plan B bzw. Alternativen sind also schon eine gute Sache.

 

Erkenntnis Nummer 6: Vermeide den Zufall.

Oder war es Schicksal? Ich als bekennender Atheist glaube nicht an das Schicksal. dafür aber logischerweise an den Zufall. Und den sollte man immer vermeiden. Natürlich kann man das nicht immer. Aber es gibt Momente, in denen kann man dem Zufall ausweichen. Daher sollte man Verlosungsaktionen um Seminare oder Seminargruppen möglichst vermeiden, da man meist nicht das bekommt was man will. Schön wenn man ins Seminar kommt. Doch wenn man dann mit inkompatiblen Leuten zusammenarbeiten muss, dann ist das kein echter Gewinn.

 

Erkenntnis Nummer 7: Nicht ärgern. Besser machen oder ignorieren.

Oh ja, das ist wohl eine sehr wichtige Erkenntnis aus diesem Jahr. Insbesondere wenn man denkt, man hat etwas richtig tolles gemacht und dann von der Welt abgestraft wird mit zweiten Plätzen oder Ähnlichem (Beispiele gab es da viele dieses Jahr). Die Erkenntnis aus solchen subjektiv als „falsch“ empfundenen Wertungen ist die, dass man sich darüber nicht aufregen braucht. Erstens gibt es Menschen, die sehen das genauso wie man selber. Zweitens kann man besser von der sozialitätsstiftenden, abgrenzenden Funktion des Lästerns gebrauch machen. Wenn man besonders wütend ist, dann macht man eben etwas noch viel besseres. Das sollte doch nicht schwer sein mit der richtigen Arbeitswut. Drittens kann man nach erfolgreicher Abgrenzung das ganze mit dem gebührenden Anstand ignorieren. Abstand ist sowieso immer sehr wertvoll (z.B. zum Reflektieren!).

 

Erkenntnis Nummer 8: Stelle niemals eine Frage an das Publikum, wenn du eine Vorlesung hältst!

Eine Erkenntnis mit Ausrufezeichen. Eine Erkenntnis, die ich mit Wolfgang machen musste, als wir unsere Vorlesung in Filmgeschichte hielten. Wir machten den Fehler und fragten das Publikum was denn Science Fiction für sie ist. Eine einzige Pleite. Im Nachhinein erscheint es mir logisch, dass man in Vorlesungen nie das Publikum fragen sollte. Wer hockt denn gerade in den Vorlesungen? Sind es die Interessierten? Nicht unbedingt. Alles aus einer Vorlesung kann man auch meist nachlesen (was die Interessierten ja meist machen). Daher ist die Masse des Publikums entweder in der Vorlesung a) weil sie müssen um eine Leistung zu erbringen oder b) weil es für sie um unterhaltende Aspekte geht. Es ist (und nun werde ich hypothetisch) als würde man in einem Forum einen Lurker fragen. Also immer schön bei rhetorischen Fragen bleiben.

 

Erkenntnis Nummer 9: Manchmal tun es auch 8 Bit.

In Zeiten von modernen Spielekonsolen, welche immer mehr Funktionen mit sich bringen muss man sich die Frage stellen: brauche ich den ganzen Schnickschnack? Ich persönlich habe mir daher dieses Jahr ein NES auf dem „Bauernmarkt“ (irreführende Bezeichnung) gekauft und spiele einen Klassiker nach dem anderen. Und dabei sind die Spiele auch noch sensationell günstig, genial UND das NES braucht nur rund 10 Watt im Betrieb! Mal schauen ob 2009 eine Wii ins Wohnzimmer kommt oder ob NES, der DS und die PS2 auch noch reichen.

 

Erkenntnis Nummer 10: Manchmal muss man Dinge machen, die einem nicht gefallen.

Eigentlich schon fast zu basal. Doch 2008 lehrte mich vor allem die Dinge zu machen, die ich nicht gerne mache: waren das nun ein Portfolio, dessen Bewertung mir sehr diffus erschien oder Klausuren, eine sehr archaische und unreflektierte Art Wissen abzufragen. Doch am Ende stand das jetzige dritte Semester, in welchem ich mich auf die guten und gewollten Dinge konzentrieren konnte. Am Ende der Strapazen steht also immer bzw. meist etwas gutes. Man muss eben immer nur das Ziel und das Ziel nach dem Ziel und das Ziel nach dem Ziel nach dem Ziel und das Ziel…naja…und so weiter vor seinem geistigen Auge haben.

 

Erkenntnis Nummer 11: 2009 wird spannend.

Ich möchte über das folgende Jahr nichts falsches sagen. Daher keine Wertung. Das können Analysten und Apokalyptiker machen.  Eines kann ich jedoch sagen. 2009 wird im Sinne der Tentativität sehr spannend. Nicht nur, dass ein Einführungsband der strukturalen Medienbildung kommen wird, der dieses Wort erklärt. 2009 wird für mich viele Herausforderungen mit sich bringen und auf diese freue ich mich schon. Generell sollte man nicht sagen: „das schaffe ich nicht“, sondern sich der Herausforderung stellen und das Beste daraus machen. Am Ende kann man nur gewinnen. Und wenn es am Ende nur die Erkenntnis und ein weiterer Gegenstand zum reflektieren ist. Beides besitzt hohen Bildungswert.

 

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein spannendes neues Jahr 2009 und viel Motivation.

PS: weitere Erkenntnisse sind natürlich in Form von Kommentaren willkommen.

Ein Gedanke zu „11 Erkenntnisse aus dem Jahre 2008

  1. Erkenntnis Nummer 8: Stelle niemals eine Frage an das Publikum, wenn du eine Vorlesung hältst!

    Ergänze: Wie das folgende Beispiel zeigt, gilt das nicht nur für fachliche Fragen sondern auch für persönliche Sichtweisen…

    Weitere Erkenntnis gerade im Zusammenhang der Vorlesung wäre: Wenn man gut aufpasst und sich bei den richtigen ein bisschen was abschaut, kann man in Medienbildung ordentlich präsentieren lernen. Natürlich ist auch das nur ein Bildungspotenzial.

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